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Korea Krieg

4. Januar 2007 - Tags: , , , , , , &

Der Koreakrieg war eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Truppen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) zusammen mit ihren chinesischen Verbündeten auf der einen Seite und der Republik Korea (Südkorea) zusammen mit UNO-Truppen (vor allem der USA) auf der anderen Seite. Er brach am 25. Juni 1950 aus, und beide Parteien eroberten wechselseitig beinahe die gesamte koreanische Halbinsel. Letzten Endes führte er wieder zu der Ausgangsposition zurück, zementierte aber die Teilung Koreas, zerstörte fast die gesamte Industrie des Landes und forderte große Verluste in der Zivilbevölkerung.

Er endete am 27. Juli 1953 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandabkommens. Ein Friedensvertrag wurde nie abgeschlossen, die beiden koreanischen Staaten befinden sich offiziell also auch heute noch immer im Krieg. Spätestens mit dem Eingreifen der USA und Chinas bekam der Krieg die Rolle eines Stellvertreterkrieges, und er zeigte auch die endgültige Spaltung der ehemaligen Alliierten des Zweiten Weltkriegs in die kommunistischen Staaten China und Sowjetunion auf der einen Seite sowie die kapitalistischen Staaten unter Führung der USA. Er beschleunigte auch die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland, welche sich damals mit Korea besonders identifizierte.

In Südkorea wird der Krieg üblicherweise schlicht „6·25“ genannt, was sich auf das Datum des Ausbruchs bezieht. Seltener findet man die formelle Bezeichnung „Hanguk-jeonjaeng“, die übersetzt Koreakrieg heißt. In Nordkorea wird er üblicherweise als „Vaterland-Befreiungskrieg“ bezeichnet. In den USA wurde offiziell nur „Korean Conflict“ (Koreanischer Konflikt) genannt und als Polizeiaktion deklariert, vor allem, um eine Kriegserklärung zu vermeiden. Oft wird der Koreakrieg auch als „vergessener Krieg“ bezeichnet, da er ein großer Konflikt des 20. Jahrhunderts war, aber trotzdem selten genannt wird.


US-/UN-Einheiten überqueren 1950 den 38. Breitengrad

US-/UN-Einheiten überqueren 1950 den 38. Breitengrad






Vorgeschichte

Ab 1894 geriet Korea unter die Vorherrschaft Japans. 1910 wurde es schließlich von Japan annektiert, die Japaner beuteten das Land insbesondere während des Zweiten Weltkriegs skrupellos aus. Nach der Kapitulation Japans 1945 wurde das am Zweiten Weltkrieg unbeteiligte Korea unter den Siegermächten geteilt. Das Gebiet nördlich des 38. Breitengrades wurde unter sowjetische Verwaltung, das südliche unter US-amerikanische Verwaltung gestellt. Die Alliierten hatten auf der Konferenz von Jalta beschlossen, dass Korea ein vereinigtes, unabhängiges Land unter einer gewählten Regierung werden sollte, legten jedoch keine Details fest. Der aufkommende Kalte Krieg verhinderte die Einhaltung dieses Versprechens. Der 38. Breitengrad wurde zur Demarkationslinie.

Die UNO, die zu diesem Zeitpunkt den USA nahe stand, übernahm am 14. November 1947 das Mandat für die Wiedervereinigung. Diese führten am 10. Mai 1948 Wahlen durch, mangels Kooperation der Sowjets aber nur im Süden. Aus diesen ging der aus dem Exil in den USA zurückgekehrte Rhee Syngman als Sieger hervor. Von manchen Beobachtern wurde die Wahl als unfair oder gefälscht bezeichnet. Rhee Syngman übernahm die Regierungsgeschäfte von den USA am 13. August 1948 und rief am 15. August die Republik Korea aus. Als Reaktion proklamierte der von den Sowjets geförderte Kim Il-sung am 9. September die Demokratische Volksrepublik Korea. Kim Il-sung galt nach westlichen Maßstäben als Diktator. Auch Rhee Syngman zeigte deutlich autokratische Tendenzen, war aber proamerikanisch und antikommunistisch eingestellt. Es gab aber eine wahrnehmbare Opposition. Die sowjetischen und amerikanischen Truppen verließen 1949 das Land.

Die USA sahen die kommunistischen Staaten dieser Zeit als einen einheitlichen Monolithen und nahmen an, dass Nordkorea als Spielfigur der Sowjets den Krieg suchte. Heute wird auf Grundlage der geöffneten Archive Russlands hingegen vor allem Kim Il-sung als die treibende Kraft gesehen, der den zögerlichen Josef Stalin überzeugte, das Risiko einzugehen - und diesen auch gegen Mao ausspielte. Sowohl die Demokratische Volksrepublik Korea als auch die Republik Korea sahen sich als Vertretung des ganzen Landes und wollten die Vereinigung unter dem jeweils eigenen System. Beide Seiten suchten die Eskalation, und so kam es bereits vor Kriegsausbruch immer öfter zu Gefechten an der Demarkationslinie.

Anfang 1949 versuchte Kim Il-sung Stalin zu überzeugen, dass die Zeit für eine konventionelle Invasion des Südens gekommen sei. Stalin lehnte jedoch ab, da die nordkoreanischen Truppen noch recht schlecht ausgebildet waren und er die Einmischung der USA fürchtete. Im Laufe des Jahres wurden seitens der Nordkoreaner deshalb große Anstrengungen unternommen, die Armee zu einer offensiven Organisation nach dem Vorbild der Sowjet-Armee zu formen. 1950 war Nordkorea dem Süden in jeder Waffengattung deutlich überlegen.

Am 12. Januar 1950 sagte der US-Außenminister Dean Acheson dem National Press Club, dass Amerikas Verteidigungslinie auf die Linie von den Alëuten über Japan, den Ryukyu-Inseln bis zu den Philippinen führen würde. Mit diesem „defensive perimeter” sagte er indirekt aus, dass die USA nicht um Korea kämpfen würden; diese wahrscheinlich unbedachte Äußerung ermutigte die Nordkoreaner und Sowjets, den Konflikt zu suchen. Bei einem erneuten Besuch Kims im März-April 1950 in Moskau genehmigte Stalin die Invasion. Andererseits muss auch gesehen werden, dass Nordkorea letztlich auch einem mehrfach von US-amerikanischer/südkoreanischer Seite angedrohtem bewaffneten Konflikt zuvorgekommen war. Es gibt viele, auch in westlichen Quellen, dokumentierte Aussagen, nachdem ein Angriff auf Nordkorea aus südkoreanischer Sicht nur eine Frage der militärischen Stärke war. (Li Syng Man [Rhee Syngman], 10. April 1949: „Wir sind heute tatsächlich in jeder Hinsicht für diese Vereinigung (mit Nordkorea) fertig, bis auf einen Punkt: Wir haben nicht genug Waffen und Munition… Wir müssen genug Streitkräfte haben, um in den Norden vorzurücken, die Verbindung mit der Armee in Nordkorea, die uns ergeben ist, herzustellen, den Eisernen Vorhang vom 38. Breitengrad bis zum Fluss Jalu zurückzuschieben und dort die Grenze gegen feindliche Infiltration zu bewachen”)

Die Volksrepublik China stand einem Krieg in Korea eher kritisch gegenüber. Mao Zedong fürchtete die Destabilisierung der Region sowie gesteigertes Interesse der USA an den asiatischen Angelegenheiten. Neben einer Ausweitung des Konfliktes auf China fürchtete er auch um seine Pläne, die Kuomintang zu besiegen, die sich nach Taiwan zurückgezogen hatten.

Kriegsausbruch

Am 25. Juni 1950 überschritten die Truppen der Nordkoreanischen Volksarmee die Grenze. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte daraufhin den Angriff. US-Präsident Harry S. Truman hatte bereits, ohne Einwilligung der UNO, Truppen nach Südkorea entsandt. Von den Sowjets gut ausgerüstet war der Angriff ein voller Erfolg für die Nordkoreaner. Bald befanden sich die südkoreanischen Truppen im Rückzug. Seoul wurde am 29. Juni erobert und wenig später kontrollierten die Nordkoreaner die gesamte koreanische Halbinsel bis auf einen schmalen Streifen im Süden um Busan. Die Frontlinie um den heute Busan Perimeter genannten Bereich lief von Masan nach Norden, ließ Daegu unter südkoreanischer Kontrolle und bog hier nach Osten ab bis zur Küste kurz unter Pohang. Mit der Versorgung und der Luftunterstützung der USA konnten die Südkoreaner ihre Lage stabilisieren.

Die Reaktion des Westens

Die UNO beschloss – in Abwesenheit der vetoberechtigten UdSSR, die wegen der Nichtanerkennung Festland-Chinas (bis 1971 war die Republik China auf Taiwan die rechtliche Vertretung Chinas, die kommunistische Volksrepublik China war kein Mitglied der UN) die Sitzungen boykottierte – eine militärische Aktion. 16 Mitgliedsländer schickten Einheiten auf die Halbinsel (davon ca. 90% US-Einheiten). Das Oberkommando erhielt der amerikanische General Douglas MacArthur. Der Vormarsch der nordkoreanischen Truppen wurde durch eine Landung im Rücken des Feindes gestoppt, kurz bevor die letzte südkoreanische Verteidigungslinie um die Hafenstadt Busan gefallen wäre.

Im September 1950 wurde nach der Landung bei Incheon Seoul von den Amerikanern zurückerobert. Mit der amphibischen Landung im Rücken der Front war die Nachschublinie der Nordkoreaner schlagartig durchschnitten, und der gleichzeitig einsetzende Gegenangriff der 8. US-Armee und südkoreanischer Streitkräfte aus dem Busan-Brückenkopf brachte die nordkoreanischen Streitkräfte in eine unmögliche Lage. Die eben noch siegreichen Armeen, die sich in einem mit aller Gewalt geführten Angriff gegen den UN-Brückenkopf völlig verausgabt hatten, wurden völlig zersprengt und lösten sich in Partisanenverbände auf, soweit sie nicht gefangengenommen oder getötet wurden. Der Angriff wurde mit Unterstützung südkoreanischer Verbände bis Pjöngjang vorangetrieben. In weiten Gebieten Südkoreas waren zu dieser Zeit noch versprengte nordkoreanische Soldaten als Partisanen aktiv. Der folgende blutige Guerillakrieg forderte zahllose unschuldige Opfer.

Südkoreanische Truppen überschritten am 30. September den 38. Breitengrad. Die UN-Truppen erhielten erst am 7. Oktober die Erlaubnis, die Grenze zu überschreiten. Ziel war nunmehr die Wiedervereinigung Koreas. MacArthur erreichte im November den Fluss Jalu an der Grenze der Mandschurei. Die Chinesen wollten ein vereinigtes Korea unter amerikanischem Einfluss nicht dulden und griffen mit einer zunächst 300.000 Soldaten umfassenden „Freiwilligenarmee” in Nordkorea ein. China war darauf bedacht, eine offizielle Einbeziehung zu vermeiden, wodurch der Charakter eines Stellvertreterkrieges verstärkt wurde. Am 1. Januar 1951 begannen 400.000 chinesische und 100.000 nordkoreanische Soldaten eine Offensive, der die 200.000 Soldaten der UN-Streitkräfte nicht standhalten konnten. Mit den US-Streitkräften flohen viele Zivilisten daraufhin in den Süden. Am 26. November brach die Schlacht um das Chosin-Reservoir aus, zugleich wurde von der nordkoreanischen Hafenstadt Hungnam aus unter dem Schutz der US-Flotte eine amphibische Rückzugsoperation durchgeführt. Am 3. Januar wurde Seoul geräumt und in der Folge eine Verteidigungslinie zwischen dem Gelben Meer und dem Japanischen Meer gebildet.

Erst im März 1951 wurde die Stadt wieder von UN-Truppen besetzt, ein Großteil der Einwohner wurde von den Kommunisten verschleppt. Die UN-Einheiten rückten wieder bis etwas über den 38. Breitengrad vor, der Krieg erstarrte hier in einem Stellungskrieg. Am 11. April 1951 wurde General MacArthur von Truman entlassen und durch General Matthew Ridgway ersetzt, da MacArthur eigenmächtig eine Ausweitung des Krieges auf China und den Einsatz von Atombomben gegen chinesische Städte gefordert hatte.

Der Waffenstillstand

Auf Vorschlag der UdSSR begannen am 10. Juli 1951 in Kaesong in Nordkorea offizielle Waffenstillstandsverhandlungen. Eine Einigung scheiterte zunächst an der UNO-Forderung, dass Kriegsgefangene nicht gegen ihren Willen in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden dürfen. Nordkorea befürchtete, dass viele Soldaten in Südkorea bleiben würden.

Am 27. April 1953 setzen die USA eine Belohnung von 100.000 US-Dollar (damals ca. 420.000 DM) für den ersten Piloten eines kommunistischen Landes aus, der mit einer MiG-15 zu den US-amerikanischen Truppen flüchtet. Das Angebot wird mit Flugblättern bekanntgemacht, die über Nordkorea abgeworfen werden. Am 21. September 1953 flieht dann ein Pilot der nordkoreanischen Luftwaffe nach Südkorea.

Nach weiteren verlustreichen Kämpfen und zähen Verhandlungen wurde am 27. Juli 1953 in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der UNO und Nordkorea abgeschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; außerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur Überwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.

Am 22. August 2006 drohte Nordkorea mit einem Präventivschlag, nachdem Südkorea zusammen mit den Vereinigten Staaten am 21. August ein Manöver mit 17.000 Soldaten startete, das bis zum 1. September andauern soll und von Nordkorea als Provokation empfunden wird. Der beschlossene Waffenstillstand wird dabei aus nordkoreanischer Sicht relativiert. Vermutet wird ein Zusammenhang mit nordkoreanischen Bemühungen zur Entwicklung eigener Atomwaffen.

Kriegsopfer

Der Krieg forderte unter der Zivilbevölkerung nach Schätzungen fast 3 Millionen Menschenleben. Ca. 36.000 amerikanische, 600.000 koreanische und 500.000 chinesische Soldaten fielen in den Kämpfen. 450.000 Tonnen an Bomben wurden abgeworfen (v.a. von der US Air Force), darunter allein zwischen Juni und Ende Oktober 1950 insgesamt 3.281.270 Liter Napalm. Dies ist ein Vielfaches der im Vietnamkrieg eingesetzten Menge und war wesentlich verheerender, da in Nordkorea mehr Ballungszentren mit größerer Bevölkerungsdichte und mehr Industrie als später in Vietnam existierten. Dem Historiker Conrad Crane zufolge waren zu Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen neben den großen Infrastrukturanlagen wie Stauseen 18 der 22 größten nordkoreanischen Städte wenigstens zur Hälfte dem Erdboden gleich gemacht worden. General William Dean, der seit dem Juli 1950, in der Schlacht von Daejeon, nordkoreanischer Kriegsgefangener gewesen war, erinnerte sich an die meisten nordkoreanischen Städte und Dörfer später als „Ruinen oder verschneite, leere Flächen”; fast jeder, der ihm begegnet sei, habe Angehörige im Bombenkrieg verloren.

Die zahlreichen Toten fielen nicht immer regulären Kriegshandlungen zum Opfer: Kriegsverbrechen gehörten zum Koreakrieg genauso dazu wie zum späteren Vietnamkrieg. Eins der schlimmsten Massaker von Seiten der US-Armee war am 26. Juli 1950 das Massaker von Nogeun-ri. Dort hatten sich amerikanische Soldaten in Erwartung der nordkoreanischen Armee eingegraben. Bevor jedoch die kommunistischen Kämpfer das Dorf erreichten, ergoss sich ein Strom von Flüchtlingen, die vor den Kämpfen flüchteten, über den Flecken. Die US-Soldaten, die auch infiltrierte Guerillos unter den Flüchtlingen befürchteten, eröffneten das Feuer und töteten circa 400 Zivilisten. Bis ins Jahr 2001 wies die amerikanische Regierung jeglichen Vorwurf eines Kriegsverbrechens zurück.

Von den 50.000 Kriegsgefangenen, die die USA machten, wollten nach Kriegsende nur die Hälfte wieder zurück nach Nordkorea oder China. Die nordkoreanischen Gefangenen, welche die Rückkehr verweigerten, fingen meist ein neues Leben in Südkorea an, während viele Chinesen nach Taiwan übersiedelten.

Folgen

Der Koreakrieg hat die Teilung des Landes auf Jahrzehnte hinaus zementiert. An der demilitarisierten Zone stehen sich auch im Jahr 2006 noch über eine Million Soldaten gegenüber. Trotz Versuchen der Annäherung ist bis heute kein Friedensvertrag geschlossen und eine Wiedervereinigung ist nicht in Sicht. Im Norden etablierte sich eine kommunistische Dynastie, die immer noch fest im Sattel sitzt; im Süden herrschten bis zum Ende der 1980er Jahre Zustände ähnlich einer Militärdiktatur.

Auch für die Verbündeten China und Sowjetunion sollte der Koreakrieg Folgen haben. Die Sowjetunion hatte Chinas Einmarsch in Korea mit großzügigen Krediten unterstützt, die China, selbst durch Jahrzehnte von Bürgerkrieg und japanischem Einfall gebeutelt, nun zurückzuzahlen hatte. China fühlte sich von seinem Verbündeten im Stich gelassen. Zusammen mit Rangeleien um die Vorherrschaft im Ostblock und einem militärischen Zusammenstoß an der chinesisch-sowjetischen Grenze führte das 1965 zum Bruch zwischen Moskau und Peking. China behauptet bis heute, den Koreakrieg gewonnen zu haben.

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Geschichte Koreas

4. Januar 2007 - Tags: , , , , , , &

Korea ist eine Halbinsel in Ostasien, die seit dem Ende des Koreakriegs in zwei Staaten geteilt ist. Im Norden befindet sich die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea), die südliche Hälfte ist die Republik Korea (Südkorea). Korea grenzt an die Volksrepublik China und Russland und wird von Japan durch das Ostmeer (Japanische Meer) getrennt. Da fast das ganze 2. Jahrtausend bis zur Teilung 1945 hindurch der Großteil der Halbinsel ein gemeinsames Reich bildete, konnte sich eine homogene Kultur und Gesellschaft entwickeln.


Karte von Korea

Karte von Korea






Bezeichnungen

Koreanische Namen für “Korea”

Auf Koreanisch hat das Land im Norden und im Süden verschiedene Namen. In Nordkorea wird Korea als Choson bezeichnet, was sich auf das erste koreanische Königreich (Go-Joseon) sowie die spätere Joseon-Dynastie bezieht. Eine verbreitete These sagt, dass Joseon in etwa „Morgenstille“ oder „Land, wo der frische Morgen kommt“ bedeutet, woher offenbar auch die lyrische Bezeichnung „Land der Morgenfrische/-stille“ für Korea herrührt.

In Südkorea wird es als Hanguk („Han-Reich“) bezeichnet. Dieser Begriff geht auf die historischen Staaten Mahan, Jinhan und Byeonhan zurück, die zusammen den Bund Samhan („Drei Han“) bildeten und im Zeitraum vom ersten bis vierten Jahrhundert n. Chr. bestanden. Von 1897 bis zur japanischen Besatzung 1910 trug das Land die Bezeichnung Daehan („Groß-Han“).

Westliche Sprachen

Marco Polo nannte die Halbinsel während seiner Reisen im späten 13. Jahrhundert Cauly. Dies beruht vermutlich auf der chinesischen Bezeichnung des koreanischen Königreichs Goryeo (chinesisch Gaolì). In europäischen Aufzeichnungen tauchen bis ins 20. Jahrhundert hinein die beiden Schreibweisen Corea und Korea auf. Im englischen Sprachraum setzte sich schließlich die Schreibweise Korea durch, während in romanischen Sprachen die Schreibung mit dem Buchstaben C beibehalten wurde.

Kultur

Die Kultur Koreas ist vor allem durch konfuzianische und buddhistische Bräuche geprägt.

In Südkorea kann das moderne Stadtbild zu dem Irrglauben führen, dass die Kultur sich heute nicht mehr wesentlich von westlichen Ländern unterscheidet. Tatsächlich haben dort in den letzten 20 Jahren durch einen rasanten Wirtschaftsaufschwung als einer der Tigerstaaten sowie den Übergang zur Demokratie drastische Veränderungen stattgefunden. Trotzdem sind auch in Südkorea traditionelle Denkweisen und Gebräuche tief in der Gesellschaft verwurzelt.

Kunst und Technik

Die Koreaner haben viele chinesische Handwerkskünste weiterentwickelt. So war Korea lange bekannt für seine Seide und Töpferei-Arbeiten. Auch Goldarbeiten aus Korea waren hoch angesehen.

Die ersten mit Metall gepanzerten Schiffe, die sogenannten Schildkrötenschiffe (Geobukseon), wurden in Korea entwickelt und gegen die japanischen Invasoren erfolgreich eingesetzt.

In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall angewandt.

Sprache und Schrift

Die koreanische Sprache wird weltweit von etwa 78 Millionen Menschen gesprochen. Geschrieben wird sie fast ausschließlich mit der eigenen Schrift Hangeul, gelegentlich kommen auch chinesische Schriftzeichen (die sogenannten Hanja) zur Anwendung. Hangeul ist eine 1446 im Auftrag von König Sejong entwickelte Buchstabenschrift mit 40 Zeichen. Da sie sehr logisch aufgebaut ist und gut an die koreanische Aussprache angepasst ist, gilt sie als leicht erlernbar – Gelehrte bezeichneten sie ursprünglich verächtlich als „Morgenschrift“, da sie – im Gegensatz zur chinesischen Schrift – an einem Morgen erlernbar sei.

Die Transkription von Hangeul in die lateinische Schrift erfolgt nach zwei Systemen: die McCune-Reischauer-Romanisierung, die in einer leichten Variation in Nordkorea angewandt wird, sowie die Revidierte Romanisierung, die seit dem Jahr 2000 in Südkorea als offizielle Umschrift gilt. Die Tatsache, dass beide Umschriften nach wie vor verwendet werden, kann bei Ausländern zu Verwechslungen führen.

Geschichte

Prähistorisch

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Halbinsel vor rund 18.000 bis 12.000 Jahren besiedelt war.

Die Ur-Bevölkerung der Halbinsel bilden Nomadenstämme aus dem sibirisch-mongolischen Raum.

Sogenannte Kammkeramiken mit Fischgrätenmuster (jeulmuntogi) wurden in allen Landesregionen gefunden. Diese waren auch in Sibirien und an Oka und Wolga verbreitet. Sie unterscheiden sich wesentlich von chinesischen und japanischen Funden des Neolithikum.

Nach weiteren Einwanderungswellen bildete sich im Neolithikum und der Bronzezeit ein homogenes Han-Volk heraus. Auffällig sind die vielen Megalithfunde in Korea, die 60% der Megalithen der Welt darstellen, so dass Korea auch das “Königreich der Dolmen” genannt wird. In diesen Dolmen-gräbern wurde Bronze- und Jadeschmuck gefunden.

Nach derzeitigem Forschungsstand sind die Koreaner aus dem Tungusenstamm der Yemaek hervorgegangen.

Go-Joseon

Die klassische Legende in Korea besagt, dass das erste Königreich Go-Joseon (etwa:Alt-Joseon) im Jahre 2333 v. Chr. durch den Halbgott Dangun Wanggeom gegründet wurde.

Es gab aber auch ein echtes historisches Go-Joseon, das in den ersten Jahrhunderten vor Christus in Nordkorea und der Mandschurei lag mit der Hauptstadt Asadal das Historiker in der Gegend um Pjöngjang vermuten.

In der Endphase seiner Existenz spalteten sich einige Teilstaaten ab, so im Norden Goguryeo, in der Mandschurei Buyeo, in Nordkorea Okjeo und Dongye die nach und nach in Goguryeo aufgingen.

Wie ein Fund eines Bronzeschildes mit einer Darstellung derselben zeigt, gab es spätestens 300 v.Chr. in Korea sogenannte sottae , schamanistische Pfähle auf deren Spitze drei Vögel sitzen und die auch heute noch viele Dörfer am ersten Vollmondtag des Jahres am Dorfeingang zieren. (Der Schild ist heute im Nationalmuseum von Seoul zu sehen). Die Vögel waren glückverheißende Überbringer von Getreidesamen.

Wiman-Joseon

Nachdem Wei Man, ein auf eigene Faust handelnder chinesischer General 194 v. Chr. nach Go-Joseon kam und dort kurz darauf die Macht an sich gerissen hatte, wurde das Land, wie unter seinen Nachfolgern auch Wiman-Joseon genannt. Es beherrschte jedoch nicht die ganze koreanische Halbinsel, im Süden gab es ein Reich Jin, über das wenig bekannt ist, da es entweder keine Schrift kannte oder keine schriftliche Zeugnisse überliefert wurden (nicht zu verwechseln mit chinesischen Jin Dynastien). Die Schrift und chinesische Religionen/Lehren wie Konfuzianismus und Buddhismus gelangten nach Korea (vorerst nur nach Norden). Wiman-Joseon arrangierte sich eine Zeit mit Han China, wurde aber schließlich in dieses Reich eingegliedert.

Die Kommandanturen, Samhan und das frühe Goguryeo

Die chinesischen Nachfolgekolonien (Kommandanturen Xuantu, Lelang und später Daifang) konnten sich jedoch fast alle (bis auf Lelang) nur kurz halten.

Es bildeten sich koreanische Nachfolgestaaten von Go-Joseon. Während Goguryeo als erstes entstanden war, bildeten sich aus den Resten Jins im Süden zunächst die Samhan Konföderation, aus der dann Baekje und Silla und dazwischen die kleine Gaya Föderation entstand.

Wie zahlreiche Funde von Ritualgeräten wie Rasseln und Spiegel belegen gab es gleichartige religiöse Rituale in Nord (Joseon) und Süd (Jin und Folgestaaten).

Die Zeit der Drei Reiche beginnt

In den ersten Jahrhunderten n. Chr. konnten sich schließlich die Königreiche Goguryeo, Baekje und Silla durchsetzen – die sogenannten Drei Reiche von Korea. Der Buddhismus wurde in dieser Zeit in ganz Korea eingeführt.

Zunächst war Goguryeo im Norden das deutlich mächtigste Reich, es geriet aber immer mehr in Gegensatz zu China.

Die Drei Reiche bekämpfen sich

313 eroberte Goguryeo die chinesische Kolonie Lolang, die etwa an der heutigen Grenze zwischen den beiden Koreas liegt. Es war damit erstmals Nachbar von Baekje und Silla und es entstanden Konflikte mit beiden kleineren Reichen, die sich jahrhunderte lang hinzogen. Japan und China waren als Verbündete gefragt.

Im Jahr 655 verbündete sich Silla mit der chinesischen Tang-Dynastie und besiegte zunächst 660 Baekje und im Jahre 668 auch Goguryeo. In beiden Fällen profitierte es von innerer Zerrissenheit der Gegner.

Groß-Silla

Nach dem Sieg über die anderen Teilreiche beherrschte Silla Jahrhunderte bis 918 die Halbinsel. Die Kultur erreichte ihren Höhepunkt, die Hauptstadt die an der Stelle des heutigen Gyeongju lag, war eine für ihren Reichtum berühmte Millionenstadt.

Im äußersten Norden der koreanischen Halbinsel und vor allem in der Mandschurei entwickelte sich das Königreich Balhae das Teile der geflohenen Bevölkerung Goguryeos aufnahm. Da es etwa zeitgleich mit Silla unterging kehrten viele Koreaner auf die koreanische Halbinsel zurück.

Goryeo

Das Reich Goryeo folgte dem Silla-Reich und hatte von 918/935 bis 1392 Bestand mit der neuen Hauptstadt Kaesong in Zentralkorea. In dieser Zeit wurde ein richtiges Staatssystem aufgebaut. 1231 wurde die Halbinsel von Mongolen erobert, und nach 30 Jahren ergab sich auch die zunächst geflohene Königsfamilie nach Jahren des Asyls auf der Insel Gangwha. In den folgenden 150 Jahren wurden die Koreaner von den Mongolen dominiert, die auch China beherrschten.

Joseon-Dynastie

1392 wurde der koreanische General Yi Seong Gye in das Kaiserreich China entsandt, um gegen die neue Ming-Dynastie zu kämpfen, die die Mongolen abschüttelte. Stattdessen tat er sich mit den Chinesen zusammen und kam zurück, um die Goryeo-Dynastie zu beseitigen. Als Folge konnte sich die Joseon-Dynastie etablieren. Im Jahre 1394 wurde die Hauptstadt nach Seoul verlegt und der schon vorher etablierte aber nicht dominierende Konfuzianismus wurde als offizielle Religion propagiert. Während dieser Periode erfand der König Sejong (vermutlich als Chef eines zu diesem Zwecke gebildeten Stabes von Gelehrten) im Jahre 1443 das koreanische Alphabet Hangeul.

Zwischen 1592 und 1598 wurde Korea im Imjin-Krieg verschiedentlich von den Japanern heimgesucht. Diese Invasion auf Befehl des japanischen Oberfeldherrn Hideyoshi der auch China erobern wollte führte zu schwersten Verwüstungen und Zerstörungen, wie sie erst der Koreakrieg wieder mit sich brachte. Admiral Yi Sunsin, Koreas berühmtester Militärführer, war maßgeblich daran beteiligt, das Land gegen die Japaner zu verteidigen. Er hatte das erste gepanzerte Kriegsschiff der Geschichte erfunden, eine wendige Galeere, die wegen ihres gewölbten bronzegepanzerten Oberdecks Schildkrötenschiff (Geobukseon) genannt wurde. Diese Schiffe vernichteten die japanischen Nachschubflotten und Ming-China wehrte sich energisch, so dass Hideyoshi seine Truppen zurückziehen musste.

Im 17. Jahrhundert kam Korea unter die Vorherrschaft der Mandschu, die auch China eroberten. Katholische Missionare kamen zuerst aus China nach Korea. Der neue Glaube wurde zunächst nicht toleriert und gewaltsam verfolgt. 1886 hörten die Verfolgungen auf, und 1899 wurde in Korea die Religionsfreiheit gewährt. Pjöngjang wurde wegen vieler Kirchen und rund 300.000 Gläubigen zu dieser Zeit auch als „Jerusalem des Ostens“ bezeichnet.

Politisch verweigerte sich Korea vom 17. bis zum 19. Jahrhundert einer Öffnung des Landes nach außen. Alle Grenzen wurden geschlossen und jeglicher Kontakt zum Ausland, mit Ausnahme zum Kaiserreich China, wurde abgebrochen. Als Folge davon wurde Korea im englischen Sprachraum Hermit Kingdom („Einsiedler-Königreich“) genannt. Symptomatisch für die Abschottung des Landes ist die Affäre um das amerikanische Schiff USS General Sherman, das 1866 über den Taedong-Fluss nach Korea eindrang und daraufhin von aufgebrachten Volksmassen in Brand gesetzt wurde. 1871 kam Korea zum ersten militärischen Kontakt mit den Vereinigten Staaten, in Korea bekannt als der Shinmiyangyo. Ab 1876 zwang Japan den Koreanern Handelsabkommen auf. China förderte jetzt ebenfalls die Öffnung des Landes (siehe Paul Georg von Möllendorff) und suchte den japanischen Einfluss zurückzudrängen. Nach dem ersten Chinesisch-Japanischen Krieg (1894-1895) und dem Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905) hatte sich Japan jedoch als dominante Kraft in Ostasien etabliert. Dies wurde durch die Ermordung von Königin Min unterstrichen. Am 25. Juli 1907 wurde Korea ein Protektorat Japans, und 1910 offiziell annektiert.

Korea unter japanischer Herrschaft

Nach der Annexion 1910 war Korea eine japanische Kolonie bis zum 15. August 1945, als Japan offiziell im Zweiten Weltkrieg kapitulierte.

Während der Kolonialzeit wurden den Koreanern viele Rechte verwehrt. Dies beinhaltete unter anderem das Recht auf Versammlung und Organisation, Redefreiheit und eine unabhängige Presse. Das japanische Schulsystem wurde eingeführt und Fächer wie koreanische Geschichte und Sprache mussten den entsprechenden japanischen Gegenstücken weichen.

Transport- und Kommunikationswege wurden im ganzen Land aufgebaut. Dies unterstützte den japanischen Handel und die Kolonialwirtschaft. Koreanern war es verboten, im Handel tätig zu sein. Viele Bauern verloren ihr Land, nachdem sie von den Japanern enteignet wurden. Dies war vor allem dann der Fall, wenn die Bauern das Land nicht von der Kolonialmacht registrieren ließen. Ein fundamentales Problem war, dass die Japaner gemeinsamen Grund, wie er in Korea weitverbreitet war, nicht anerkannten.

Nach dem Tod des ehemaligen Königs Gojong fanden am 1. März 1919 landesweit Demonstrationen gegen die japanische Besatzung statt. Eine Unabhängigkeitserklärung wurde in Seoul ausgerufen. Es wird geschätzt, dass zwei Millionen Leute sich auf die Straßen begaben. Der friedliche Protest wurde von Japan brutal unterdrückt. Es wird geschätzt, dass 47.000 Menschen verhaftet, 7.500 getötet und etwa 16.000 verwundet wurden.

Demonstrationen gegen Japan nahmen aber kein Ende. Ende November 1929 revoltierten die Studenten im ganzen Land. Die eiserne Herrschaft wurde im Jahre 1931 wieder eingeführt. Nach dem Zweiten Sino-Japanischen Krieg 1937 und während des Zweiten Weltkriegs versuchte die Kolonialmacht, Korea als Nation auszulöschen. Die Verehrung der japanischen Shinto-Schreine wurde obligatorisch. Das Schulsystem wurde radikal überholt, um der veränderten Politik gerecht zu werden. Japanische Namen wurden den Koreanern aufgezwungen, während traditionelle koreanische Feste verboten wurden. Zeitungen durften nicht mehr in Koreanisch erscheinen, und Koreanische Geschichte wurde als Fach aus den Universitäten verbannt. Hunderttausende von Koreanern wurden nach Japan verfrachtet und mussten in japanischen Minen und Fabriken arbeiten. Viele Männer wurden ins japanische Militär zwangsrekrutiert, um gegen die Republik China zu kämpfen, während viele Frauen zur Zwangsprostitution beziehungsweise sexuellen Sklaverei gezwungen wurden und als so genannte Trostfrauen japanischen Soldaten dienen mussten (siehe auch Koreanische Minderheit in Japan).

Während der japanischen Besetzung existierte eine provisorische Exilregierung in China. Außerdem gab es umfangreiche Partisanenaktivitäten, gestützt vor allem von aus Nordchina und Russland aus operierenden kommunistischen Guerillatruppen.

Die Teilung Koreas

Die Dorasan-Station an der Grenze zu NordkoreaGegen Ende des Zweiten Weltkriegs gelang es den USA und der UdSSR nicht, Einigkeit über die Zukunft Koreas zu erzielen. Zwar war schon in der Kairoer Konferenz von 1943 festgelegt worden, dass Korea nach der Kapitulation Japans einen unabhängigen Staat bilden sollte. Allerdings sollte dies erst nach einer gewissen Übergangszeit (”in due course”) erfolgen, da beide Seiten der Meinung waren, dass das Land nach Jahren der Fremdherrschaft politisch und wirtschaftlich komplett wiederaufgebaut werden müsse. Die Sowjets nahmen schließlich den Vorschlag der Amerikaner an, Korea vorläufig entlang des 38. Breitengrads in zwei Besatzungszonen zu teilen. Die nördliche Zone sollte dabei unter sowjetische Verwaltung gestellt werden, die südliche den Amerikanern unterstellt werden. Die japanische Besatzungsmacht in Korea kapitulierte schließlich am 9. September 1945, im Norden gegenüber der roten Armee, im Süden gegenüber den amerikanischen Truppen.

Die südliche Zone wurde vollständig unter die Verwaltung des amerikanischen Militärs gestellt, deren Oberbefehlshaber General Douglas MacArthur war. Die ehemalige koreanische Exilregierung wurde von den Amerikanern wegen angeblicher kommunistischer Unterwanderung nicht anerkannt.

Die UdSSR begann nach ihrem Einmarsch in den Norden Koreas, ihre Zone nach kommunistischen Vorstellungen umzuformen, wenn auch zunächst nicht in dem Maße wie in den osteuropäischen Staaten. Im Zuge einer Landreform wurden die japanischen Großgrundbesitzer enteignet, wichtige Industriezweige wurden verstaatlicht. Die Sowjets hatten ein strategisches Interesse daran, einen ihnen wohlgesonnenen koreanischen Pufferstaat aufzubauen, da Korea im Allgemeinen als mögliche Operationsbasis für einen japanischen Angriff galt. Dieses Vorhaben schien um so wichtiger, da sich Japan nach seiner Kapitulation rasch zu einem Verbündeten der USA entwickelte. Einflussreichster Vertreter der Sowjets in Korea bis zur Gründung der KDVR war Generaloberst Terenti F. Schtykow.

Nachdem die Verhandlungen zwischen den beiden Supermächten über ein vereinigtes Korea bis 1947 ergebnislos verliefen, brachten die USA die Koreafrage vor die Vereinten Nationen. Dies wurde von der sowjetischen Seite als Verstoß gegen die Abmachung, dass die Koreafrage von einer amerikanisch-sowjetischen Kommission gelöst werden solle, gewertet. Die UdSSR beteiligte sich fortan nicht an Konferenzen der Vereinten Nationen zu diesem Thema.

Am 14. November 1947 erreichten die USA eine UN-Resolution, die freie Wahlen, den Abzug aller ausländischen Truppen und die Schaffung einer UN-Kommission für Korea vorsah. Die UdSSR boykottierte die Abstimmung und sah die Resolution deshalb als nicht bindend an.

Am 10. Mai 1948 fanden im Süden freie Wahlen statt, die Syngman Rhee gewann. Allerdings wurden die Wahlen von den linken Parteien boykottiert. Am 13. August 1948 übernahm Syngman Rhee offiziell die Regierungsgeschäfte von der amerikanischen Militärregierung. Der sowjetische kontrollierte Norden beantwortete dies mit der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea am 9. September 1948, deren erster Präsident Kim Il-sung wurde. Beide Regierungen sahen sich als rechtmäßige Regierung über ganz Korea an und kündigten darüberhinaus an, diesen Anspruch auch militärisch durchsetzen zu wollen.

Dies führte im Juni 1950 zum Koreakrieg, der die bis heute andauernde Teilung Koreas festschrieb.

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Das obige Bild basiert auf dem Bild "Das geteilte Korea" aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Johannes Barre.

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DMZ - Demilitarisierte Zone (Korea)

4. Januar 2007 - Tags: , , , , , , &

Die demilitarisierte Zone (DMZ) teilt Korea in Nord- und Südkorea auf. Sie wurde nach dem drei Jahre dauernden Koreakrieg im Jahre 1953 eingerichtet und läuft von West-Südwest nach Ost-Nordost quer über die Halbinsel, wobei sie nördlich Seouls den 38. Breitengrad schneidet, der bis zum Kriegsausbruch die Grenze zwischen beiden Staaten bildete. Die DMZ ist 248 km lang und ungefähr 4 km breit. In ihrer Mitte verläuft die Militärische Demarkationslinie (MDL), de facto die Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten. Die DMZ wird von der aus Vertretern beider Seiten bestehenden Waffenstillstandskommission MAC (von engl. Military Armistice Commission) verwaltet. Das Betreten der DMZ ohne Genehmigung der Waffenstillstandskommission ist beiden Seiten grundsätzlich untersagt.


Der Bahnhof Dorasan, dessen Schienen im Moment an der DMZ enden, soll in Zukunft Haltestelle auf dem Weg nach Nordkorea sein. Er ist Teil der alten koreanischen Gyeongui-Linie.

Der Bahnhof Dorasan, dessen Schienen im Moment an der DMZ enden, soll in Zukunft Haltestelle auf dem Weg nach Nordkorea sein. Er ist Teil der alten koreanischen Gyeongui-Linie.






Geschichte

Als die japanischen Besatzungsmacht 1945 nach dem Ende des zweiten Weltkriegs aus Korea abgezogen war, teilten die USA und die Sowjetunion die Halbinsel am 38. Breitengrad in zwei Hälften, die jeweils einer der beiden Mächte unterstellt wurde. Nachdem sich in beiden Teilen Regierungen bildeten, die Anspruch auf die gesamte Halbinsel erhoben, eskalierte der Konflikt 1950 zum Koreakrieg. Im Waffenstillstandsvertrag wurde 1953 die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone geregelt, die beide Staaten voneinander trennt.

Angesichts der Tatsache, dass beide koreanische Staaten sich noch heute formell im Kriegszustand befinden, kam es in der DMZ nur zu wenigen direkten Konflikten. Neben einer Reihe von Überläufen von beiden Seiten war ein Streit im Jahr 1976 über das Fällen eines Baums an der MDL, in dessen Verlauf zwei US-amerikanische Soldaten von Nordkoreanern getötet wurden, der einzige ernsthafte Zwischenfall. Im Zeitraum von 1974 bis 1990 wurden insgesamt vier Tunnel gefunden, die vom Norden aus unter der DMZ in den Süden gegraben wurden, um im Kriegsfall Militäreinheiten unbehelligt durch die DMZ zu transportieren. Es wird vermutet, dass es weitere, noch nicht entdeckte Tunnel gibt. Heute können einzelne Tunneleingänge von Touristen besichtigt werden.

Panmunjeom

In der DMZ befindet sich der Ort Panmunjeom, an dem 1953 der Waffenstillstand unterschrieben wurde. Panmunjeom ist auch das Hauptquartier der Waffenstillstandskommission MAC. Seit dem Ende des Koreakrieges haben dort wiederholt Verhandlungen zwischen beiden Seiten stattgefunden.

Sonstige Siedlungen

Darüberhinaus gibt es zwei kleine Dörfer. Daesong-dong („Dorf des großen Erfolgs“) – das amerikanische Militär bevorzugt die Bezeichnung Freedom Village („Freiheitsdorf“) – befindet sich auf der Südseite der MDL. Es ist ein traditionelles Dorf und wird von der südkoreanischen Regierung scharf kontrolliert. Wohnen darf dort nur, wer schon bei Abschluss des Waffenstillstands 1953 dort gewohnt hat oder von einem dieser Einwohner abstammt. Die Bewohner dürfen bei Einbruch der Dunkelheit ihre Häuser nicht mehr verlassen, erhalten aber im Gegenzug eine Reihe von Vergünstigungen; u. a. sind sie vom Militärdienst befreit und müssen auch keine direkten Steuern bezahlen. An der nordkoreanischen Seite befindet sich Kichong-dong („Friedensdorf“). Es gilt als „Propagandadorf“, in dem sich hauptsächlich nordkoreanische Soldaten aufhalten sollen. Früher wurde von dort aus nordkoreanische Propaganda über Lautsprecher in südkoreanische Richtung verbreitet.

Natur

Abgesehen von den erwähnten Siedlungen sowie einer großen Anzahl Landminen, Panzersperren und Stacheldrahtzäunen ist die DMZ vom Menschen weitgehend unberührt. Da sich niemand ohne ausdrückliche Genehmigung der MAC in der DMZ aufhalten darf, konnte sich innerhalb von Jahrzehnten eine naturbelassene Tier- und Pflanzenwelt (Urwald) entwickeln.

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Das obige Bild basiert auf dem Bild "Dorasan" aus der freien Mediendatenbank Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist unbekannt.

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